Auf Rundreise in Südafrika

Auf Rundreise in Südafrika

Dass Afrika es mir schon lange angetan hat, ist nun wirklich kein großes Geheimnis mehr. So überrascht es wohl auch nicht, dass meine erste Fernreise nach längerer Zeit nun ebenfalls wieder Afrika zum Ziel hatte. Die Entscheidung war entsprechend relativ schnell getroffen und fiel zugunsten eines überaus spannenden Landes aus: Südafrika! Schon in den ersten Tagen der Vorbereitung wurde mir klar, dass das südliche Afrika nicht unbedingt viel mit dem bisher von mir besuchten Ost-Afrika gemein haben sollte. Aus diesem Grund war auch eine gründliche Recherche im Vorfeld nötig.

Hierfür habe ich unterschiedliche Hilfen genutzt, u.a. auch wieder einen Marco Polo-Reiseführer, von dem ich diesmal allerdings eher abraten muss. Entgegen meiner bisherigen Erfahrungen mit MP ist der Südafrika-Reiseführer trotz Neuauflage in 2016 nicht aktuell und enthält zahlreiche falschen Informationen, v.a. hinsichtlich der Eintrittspreise von Nationalparks und anderen Sehenswürdigkeiten. Eine wesentlich größere Hilfe stellte auch diesmal das Holidaycheck-Forum dar, in dem sich sehr viele erfahrene Südafrika-Urlauber tummeln und gerne bereit sind, bei der ersten Reise nach Kapstadt & Co. mit Tipps und Empfehlungen zu Zielen, Routen und Unterkünften zu helfen. Ergänzend habe ich mir auch einen Dumont-Bilderatlas gekauft, der zwar wunderschön anzusehen ist, aber ob der geringen Textinformationen (ist halt, wie der Name schon sagt, ein Bilderatlas) nicht wirklich für die Planung taugt. Dass die Recherche über Allzweckwaffe Google noch immer die meisten (Hinweis-)Schätze zutage fördert, muss an dieser Stelle vermutlich nicht noch einmal näher ausgeführt werden.

So hatte ich bereits nach wenigen Wochen eine grobe Route im Kopf, die sich bis zum Ende auch tatsächlich durchsetzen sollte: der Start sollte in Kapstadt liegen, wo wir uns zunächst ausreichend Zeit für die Stadt nehmen wollten, ehe wir auch ein paar Ausflüge in das Umland in Erwägung zogen. Mit dem Mietwagen sollte es anschließend etwas weiter südlich gehen, um in Hermanus die im Oktober dort gebärenden Wale mit ihren Jungtieren sowie Haie vor Dyer Island beobachten zu können. Anschließend planten wir einen Flug in den nordöstlichen Teil des Landes, um über Pilgrim’s Rest und die Panorama Route den Krüger Nationalpark zu erreichen. Dazwischen legten wir auch noch einen kurzen Stopp im Grietjie Reserve ein. Dieser Ablauf bedeutete natürlich auch einige logistische Herausforderungen, die bei der Reiseorganisation zu berücksichtigen waren.

Wir entschieden uns für einen Flug mit Condor ab Frankfurt nach Kapstadt, der mit ca. 460 Euro zu Buche schlug. Für das Erkunden der Stadt nahmen wir uns fünf Tage Zeit, ohne einen besonderen Ausflug, z.B. in die Weingegend, eingeplant zu haben. Rückblickend hätte es eine Nacht weniger auch auf jeden Fall getan. Untergebracht waren wir in der Altona Lodge von Gastgeber Peter, die ich nur wärmstens empfehlen kann. Die Unterkunft ist in Green Point, in der Nähe des für die WM 2010 errichteten Fußballstadions und damit auch nah an der Victoria & Alfred Waterfront, die zu Fuß in etwa 15 Minuten erreicht werden kann. Direkt ums Eck sind ein kleiner und ein großer Supermarkt, in denen man sich mit Getränken, Snacks und auch sonst allem versorgen kann, das man während der Stadterkundung so brauchen könnte. Darüber hinaus sind die Zimmer sehr sauber und das Personal unglaublich freundlich und hilfsbereit. Für 60 Rand p.P. (~ 4 Euro, Stand Oktober 2016) kann ein einfaches, aber ausreichendes Frühstück zugebucht werden. Unvergessen werden für mich die Abende auf der Terrasse bleiben, bei denen wir uns mit Peter, seinem Lebensgefährten Greg und anderen Gästen über die verschiedensten Reiseerlebnisse ausgetauscht haben – wohlgemerkt bei einer paar Gläsern südafrikanischem Wein, zu denen Peter uns eingeladen hatte. Wer also auf der Suche nach einer einfachen, aber sauberen Unterkunft in guter Lage und mit freundlichen Menschen ist, dem lege ich die Altona Lodge wärmstens ans Herz. Sucht man eine luxuriöse Unterkunft, sollte man sich aber doch eher woanders umsehen.

Nach Kapstadt haben wir uns mit einem Mietwagen auf den Weg nach Hermanus gemacht. Dort wollten wir Wale und Haie beobachten und übernachteten dafür zentrumsnah in der Whale Coast Lodge. Auch diese Unterkunft kann ich jedem empfehlen, der gerne einen guten Standard für kleines Geld haben möchte. Erneut erhielten wir ein sauberes Zimmer bei freundlicher und offenherziger Betreuung durch das Personal der Lodge. Aber – und jetzt kommt die Einschränkung – sollte mich mein Weg nochmals in dieselbe Ecke der Welt führen, ich würde nicht mehr in Hermanus übernachten. Der Ort an sich lohnt auf jeden Fall einen (Tages-)Ausflug, für die Touren zu den Walen und Haien sind De Kelders und Gansbaai aber auf jeden Fall die besseren Ausgangspunkte. Zwar offerieren viele Anbieter einen Transfer zu den Ablageplätzen der Boote, früh raus muss man aber auch dann. Daher würde ich mir beim nächsten Mal eine Unterkunft in einem der beiden Orte suchen, die wesentlich näher an den Ausflugszielen liegen. Gut verbinden kann man die Fahrt zwischen Kapstadt und Hermanus im Übrigen mit einem Abstecher ans Kap der Guten Hoffnung und an den Boulder’s Beach zu den Pinguinen und sollte dabei auf jeden Fall den Chapman’s Peak Drive (Mautgebühr 42 Rand, ~ 3 Euro, Stand Oktober 2016) wählen. Die Aussicht von der Straße an der Küste entlang ist atemberaubend!

Der nächste Abschnitt war vor Reiseantritt vermutlich derjenige, bei dem ich im Vorfeld am meisten Nervosität verspürt hatte. Immerhin sind es von Hermanus bis zurück zum Cape Town International Airport doch etwas mehr als 100 Kilometer und wir mussten rechtzeitig zum Boarding um 9:30 Uhr vor Ort sein – und natürlich vorher noch den Mietwagen zurückgeben. Da wir weder die Straßen- und Verkehrsverhältnisse noch die Dauer bei der Mietwagenrückgabe einschätzen konnten, war wir doch angespannt, ob alles glatt gehen sollte. Im Nachhinein lässt sich festhalten, dass die Sorgen vollkommen unbegründet war. Weder auf den Straßen noch bei der Rückgabe des Fahrzeugs hatten wir mit Widrigkeiten zu kämpfen, sodass wir den Weiterflug nach Mpumalanga ganz entspannt antreten konnten. Gerade die Rückgabe des Mietwagens unterschied sich überhaupt nicht von dem, was wir „von zu Hause“ gewohnt sind. Ankommen, Schlüssel übergeben, fertig.

Am Mpumalanga Airport angekommen, nahmen wir gleich wieder einen Mietwagen entgegen und begaben uns anschließend direkt auf die Panorama Route. Über Sabie und einem kurzen Stopp an den Sabie Falls ging es als nächstes nach Pilgrim’s Rest, einem kleinen Örtchen mit nur wenigen Häuschen, das vollständig unter Denkmalschutz steht, um die Zeit der Goldsucher zu konservieren. Wir übernachteten dort im einzigen Hotel der Stadt, dem charmanten The Royal Pilgrim’s Rest. Über die restliche Panorama Route, vor allem am Blyde River Canyon entlang, fuhren wir am Tag darauf weiter Richtung Norden. Dabei zahlte es sich aus, dass wir einen ganzen Tag für die Route eingeplant hatten, so konnten wir an vielen interessanten Plätzen aussteigen und auch etwas verweilen.

Am späten Nachmittag erreichten wir dann auch unser Ziel für die nächsten drei Tage, die Muweti Bush Lodge im Balule Nature Reserve von Mike und seiner Frau Laura. Gebucht hatten wir das Selbstversorgerhaus „Cottage“, auf das ich in einem eigenen Review (VERLINKEN) noch einmal eingehen möchte. Nach den drei Nächten in der Muweti Bush Lodge stand der letzte Teil der Reise bevor: die Safari im Krüger Nationalpark (KNP). Weitere sechs Nächte, die wir in den beiden Rest Camps Satara und Berg-en-Dal verbrachten. Auch über den KNP werde ich in einem eigenen Beitrag berichten, weshalb ich an dieser Stelle nichts weiter vorweg nehmen will.

Vom letzten Camp, dem Berg-en-Dal, ging es am letzten Tag über das Malelane Gate zurück zum Mpumalanga Airport, wo wir unseren Mietwagen zurückgaben und einen kurzen Flug bis nach Johannesburg gebucht hatten. Von dort traten wir nach 19 Tagen in Südafrika dann den Heimflug mit Quatar Airways (ein Stopp in Doha) an.

Hier die Zusammenfassung der wesentlichsten Etappen der Reise:

 

Welche Erfahrungen habt ihr in Südafrika gemacht bzw. was hättet ihr auf der Route auf jeden Fall noch eingeplant? Hinterlasst hierzu gerne einen Kommentar!