Bangkok: Wat Pho und Königspalast

Bangkok: Wat Pho und Königspalast

Nach unserem Aufenthalt auf Koh Phangan neigt sich unsere Thailand-Reise allmählich dem Ende zu. Zum Abschluss haben wir uns noch einen dreitägigen Zwischenstopp in Bangkok eingeplant, damit sich die Rückreise mit den Flügen von Koh Samui nach Bangkok und von dort weiter nach München etwas entzerren lässt. Vor der Reise wurde ich zwar gewarnt, dass man die Hauptstadt eigentlich besser an den Anfang des Urlaubs stellen sollte, aber unsere Route ergab nunmal etwas anderes. Den Hinweis hatte ich im Übrigen aus dem Grund erhalten, da Bangkok einfach eine Großstadt ist und das Leben und der Alltag genauso hektisch und lebhaft sind, wie es auch bei uns der Fall ist. Der Erholungsfaktor ist mit dem vorherigen zweiwöchigen Inselurlaub logischerweise nicht zu vergleichen. Andererseits kann man sich jedoch auch ganz gut wieder auf zu Hause einstellen! Ich habe meine Routenplanung im Nachhinein nicht bereut. Für die zwei Nächte in Bangkok sind wir im lebua at State Tower untergekommen, das etwas südlicher vom „Alten Bangkok“, aber immer noch nah am Chao Prayah River liegt. Die Fahrt zum Flughafen ist etwas weiter, aber das Hotel entschädigt für vieles! Die Bewertung auf Holidaycheck habe ich am Ende des zweiten Bangkok-Beitrags verlinkt. Nur so viel: das lebua ist ein echtes Luxus-Hotel, das für die Stadtbesichtigung auch noch sehr günstig liegt. Wer den passenden Zeitraum hat, kann – wie wir – zum Beispiel bei agoda.de auch mal ein richtiges Schnäppchen machen. Gleich mal vorneweg, Bangkok in zwei, drei Tagen zu schaffen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Wir haben uns auch keinen Stress gemacht, sondern ganz gemütlich einige der interessantesten Sehenswürdigkeiten besucht, die wir im Reiseführer ausgewählt haben.

Reclining Buddha

Reclining Buddha

Um zunächst ein Feeling für die Stadt zu bekommen, machen wir uns nach dem Frühstück aber erstmal zu Fuß auf, um die Gegend um das Hotel zu erkunden. Vieles spielt sich nicht in den Geschäftsräumen ab, sondern auf den Straßen davor: Friseure verrichten ihre Kunst auf einem Stuhl zwischen parkenden Autos und ein Schmuckhersteller fädelt auf einem Schemel vor seinem Laden seine Perlen auf Armbänder und Halsketten. Wieder andere Geschäftstreibende haben gar keine Geschäftsräume, sondern arbeiten direkt auf der Straße: die Rede ist natürlich vorrangig von den mobilen Garküchen, die ich bereits auf Koh Samui getestet habe. Wir saugen dieses bezaubernde Gefühl in Bangkoks Straßen für etwa eine Stunde in uns auf, bevor wir uns mit dem Taxi zum Wat Pho fahren lassen.

Unser erstes touristisches Ziel des Tages ist der Wat Pho (Thai: วัดโพธิ์), dessen voller Name eigentlich Wat Phra Chettuphon Wimonmangkhlaram Ratchaworamahawihan (Thai: วัดพระเชตุพนวิมลมังคลารามราชวรมหาวิหาร) lautet. Zu deutsch wird er häufig „Tempel des liegenden Buddha“ genannt. Zwar gibt es noch wesentlich mehr als die fast 50m große, liegende Statue der Gottheit zu bestaunen, aber sie ist ohne Zweifel das Highlight im Tempel. Sehr beeindruckend fand ich vor allem die vier Chedis, die mit zahllosen Mosaiken verkleidet sind. Ein Chedi ist ein Mahnmal Buddhas, in dem ursprünglicherweise Reliquien des Gottes aufbewahrt wurden. Da es natürlich nicht so viele bestätigte Reliquien gibt, wurden sie zwar immer wieder geteilt (z.B. bei Buddhas Robe geht das ja ganz gut, bei seinem Fußabdruck eher weniger), dennoch gibt es wesentlich mehr Chedis als Reliquien, sodass viele der später entstandenen einfach als Kopien der Reliquien enthaltenden Chedis anzusehen sind. Ebenfalls sehr interessant sind die grauen Ramakien-Reliefs an der „Juwelenmauer“ rund um den Ubosot, dem heiligsten Gebäude eines buddhistischen Tempels. Zur besseren Orientierung verweise ich an dieser Stelle auf die Karte der offiziellen Wat Pho-Website.

Quelle: http://www.watpho.com

Mosaik

Mosaik

Der Haupteingang befindet sich dabei mittig am oberen Bildrand. Die vier Chedis sind mit den Zahlen 9 bis 12 markiert und im Gebäude mit dem blauen Dach (1) befindet sich der liegende Buddha. Der Ubosot ist das Gebäude mit der Nummer 18. Da der Wat Pho eines der beliebtesten Touristenziele in Bangkok ist, lohnt es sich, möglichst früh zu kommen, bevor die anderen Besucher busweise herangekarrt werden. Während unseres Besuchs zur Mittagszeit war dementsprechend viel los, was sich vor allem bei der Statue des liegenden Buddha bemerkbar gemacht hat. Für ein Foto, auf dem möglichst keine anderen Touristen zu sehen sind, musste ich wirklich einige Minuten warten! Diese Warterei kann dabei durchaus zu einer wahren Zerreißprobe werden, denn rings um die Statue hängen Behältnisse an der Außenwand, in die gläubige Buddhisten Münzen einwerfen. Dies verspricht dem Spender zum einen Glück, zum anderen sichert es den Lebensunterhalt der Mönche des Tempels, kann aber, gerade wenn der Buddha stark frequentiert ist, zu einem Summen und Klingeln in Ohren anschwellen. Irgendwann hatte ich es allerdings doch geschafft und wir können uns in Ruhe den Fußsohlen der Statue widmen, die aus Perlmutt gefertigt sind und in jedem Fall eine genauere Betrachtung rechtfertigen. Setzt man den Rundgang um den Buddha fort, kommt man kurz vor dem Ausgang auch am Hinterkopf der Statue vorbei, an dem man die Höhe von 15m nochmal sehr gut erkennen kann. Es handelt sich im Übrigen nicht um ein Bildnis aus reinem Gold, sondern aus Gips, welches lediglich mit Blattgold überzogen ist. Nachdem wir den Tempel für eine gute Stunde ausgiebig erkundet und viele Fotos geschossen haben, wenden wir uns dem nächsten Ziel des Tages zu: dem Königspalast mit dem Tempel des smaragdgrünen Buddha.

Verzierungen im Wat Phra Kaeo

Verzierungen im Wat Phra Kaeo

Der Königspalast trägt eigentlich den Namen Großer Palast (Grand Palace) und liegt direkt nördlich des Wat Pho. Dabei handelt es sich mehr um eine Palast-Anlage als um ein einzelnes Königshaus. Insgesamt teilt sich die Anlage in vier Bereiche, denen ursprünglich unterschiedliche Funktionsweisen zugrunde lagen: es gibt den Äußeren und den Inneren Hof, den Zentralen Hof sowie den Wat Phra Kaeo. Der Haupteingang für Besucher ist das Gate of Glorious Victory. Bevor man das eigentliche Areal jedoch betreten kann, muss man zunächst an den Wachen vorbei, die ein teilweise sehr strenges Auge auf die Kleidung der Besucher haben. Wer – auch als Mann – zu kurz gekleidet ist, muss sich zunächst etwas ausleihen, um in den Palast vordringen zu dürfen. Je nach Tageszeit und Touristenansturm kann das – wie in unserem Fall – auch gut und gerne eine Dreiviertelstunde dauern. Leider hatte ich fälschlicherweise angenommen, eine knielange Hose würde ausreichen. Allerdings muss gesagt werden, dass der Temple of the Emerald Buddha, der heiligste Ort Thailands ist, deshalb ist etwas Zurückhaltung durchaus angebracht. Flip-Flops sind übrigens ebenfalls nicht gestattet. Für Frauen ist das ganze wie immer noch etwas strenger, es sind keine freien Schultern oder gar transparente Kleidungsstücke gestattet. Gesagt, getan. Ich stelle mich mit hunderten anderen an und bekomme irgendwann eine dünne Jogginghose mit interessantem Muster ausgehändigt, gegen meinen Personalausweis als Pfand, die ich über meine eigene Hose ziehen muss und schließlich weitergehen darf. Anschließend muss der Eintritt entrichtet werden, der mit 400 Baht zu Buche schlägt.

Wat Phra Kaeo

Wat Phra Kaeo

Erst dann dürfen wir den Äußeren Hof betreten, in dem zunächst der Wat Phra Kaeo zu bestaunen ist, dessen Hauptattraktion der Smaragd-Buddha ist. Die Gebäude in der Tempelanlage sind wunderschön anzusehen und reich verziert, vor allem die Phra Sri Rattana Chedi, ein Reliquienschrein in dem angeblich das Brustbein Buddhas liegen soll, sticht aufgrund ihrer riesigen goldenen Kuppel sofort ins Auge. Auch die zahlreichen, detailverliebten Verzierungen der Gebäude und der schier unendlichen Statuen sind wirklich beeindruckend. Das Highligt ist aber wirklich der Emerald Buddha.  An sich aber ein Trugschluss, da das Abbild Buddhas gar nicht wirklich aus Smaragden, sondern aus Jade gefertigt ist. Er sitzt auf einem goldenen Thron in 11m Höhe und ist ringsherum von weiteren Buddha-Statuen umringt. Auch als Angehörige einer fremden Religion lässt man uns den Tempel betreten, nachdem wir unsere Schuhe ausgezogen haben. Wir knien uns zwischen die anderen Touristen und natürlich auch Gläubige und nehmen die Ruhe des Raumes für einen Moment in uns auf. Diese Offenheit hat mir wirklich imponiert! Lediglich das Fotografieren des Smaragd-Buddha ist nicht gestattet, wofür ich allerdings vollstes Verständnis habe, denn das Klicken des Shutters würde in diesem Raum wirklich nur stören. Vor dem Tempel können Gläubige wie auch Touristen Blumen zum Verbrennen erstehen oder einen Beitrag zur Tempelrestaurierung leisten, in dem man gegen einen geringen Obulus Blattgold ausgehändigt bekommt und es auf eine zu zu restaurierende Statue auftragen kann. Anschließend setzen wir die Tour durch das Palastgelände fort, bis wir den eigentlichen Palast erreichen. Ganze Schulklassen sitzen vor dem Gebäude am Boden und lauschen den Erläuterungen der Führerin, während ein Wachsoldat ein Auge auf die Kinder und die vorbeischreitenden Besucher hat. Das Gebäude selbst darf natürlich nicht betreten werden, ist aber auch von außen beeindruckend genug. Insgesamt ähneln sich die nun folgenden Gebäude aber sehr, weshalb wir uns nicht mehr allzu lange ich der Nachmittagshitze aufhalten und wieder dem Ausgang zusteuern. Die Museen im Palast haben wir offen gestanden ausgelassen, bei einem erneuten Besuch würde ich allerdings mehr Zeit einplanen bzw. auch früher kommen, um einzelne Dinge noch bewusster wahrzunehmen und auch den Museen einen Besuch abzustatten.

Königspalast

Königspalast

Wir verlassen den Tempel und steigen in das erstbeste Taxi ein, was sich jedoch als Fehler herausgestellt hat. Denn statt uns zu unserem Hotel fahren zu wollen, schlägt er einen Rabatt auf den Fahrpreis vor, wenn er uns auf dem Weg zu irgendeinem Zwischenstopp fahren dürfte. Da ich nicht genau ermitteln kann, wohin er uns genau bringen will und eine grundsätzliche Vorsicht bei solchen Geschichten an den Tag lege, wechseln wir in ein anderes Taxi und kehren schließlich doch noch auf direktem Weg ins Hotel zurück. Zusammenfassend kann ich behaupten, dass sich die zwei wohl wichtigsten kulturellen Sights in Thailand schon an einem Tag besuchen lassen, etwas mehr Zeit aber nicht verkehrt gewesen wäre. Von den Gebäuden und den Eindrücken bin ich allerdings sehr begeistert und habe fest vor, noch einmal wiederzukommen!

Im nächsten Beitrag habe ich auch wieder eine Karte mit den eben beschriebenen Orten eingefügt.