Kurztrip: Veltins-Arena, Gelsenkirchen

Kurztrip: Veltins-Arena, Gelsenkirchen

Es ist noch gar nicht lange her, da scherzte ich mit einem meiner besten Freunde, der unerklärlicherweise Fan des FC Schalke 04 ist, er solle doch Karten für das Revierderby besorgen. Keine zwei Wochen später flatterte dann über einen elektronischen Kommunikationsdienst ein Bild mit zwei Tickets herein. An dieser Stelle nochmals meinen größten Dank – und so ging’s letzten Samstag auf nach Gelsenkirchen!

BVB-Gästeblock auf Schalke

BVB-Gästeblock auf Schalke

Am Morgen des 09.03.2013 machten wir uns schon früh auf, um die ziemlich genau 500km zwischen uns und der VELTINS-Arena möglichst schnell zu überbrücken. Die Fahrt verlief ohne nennenswerte Zwischenfälle und nach ein paar kurzen Stopps und einer Tankpause kamen wir um 13 Uhr in Gelsenkirchen an. Keine Frage, man wusste sofort, dass wir am richtigen Ort waren, denn eine ähnliche Begeisterung wie dort habe ich sonst nur in Barcelona vor dem Champions League-Halbfinale gegen Real Madrid erlebt. Die ganze Stadt (bzw. soviel wir auf dem Weg von der Autobahn weg bis zu unserem Parkplatz gesehen haben) war blau, wirklich jeder trug königsblaue Fankluft, klasse. BVB-Fans haben wir tatsächlich keine gesehen, erst als wir zum Stadion gingen, tauchten vereinzelte auf.

VELTINS-Arena Haupteingang

VELTINS-Arena Haupteingang

Etwa zehn Minuten Fußweg bei leichtem Nieselregen mussten wir in Kauf nehmen, bis wir uns in den blau-weißen Strom zum Schalker Trainingsgelände einreihen konnten. Erste vereinzelte Fangesänge waren bereits zu hören und so ließen wir erst die Geschäftsstelle und anschließend das Trainingsgelände hinter uns, ehe wir die bis dato noch gemütliche Derbyatmosphäre bei einem Veltins an einem Bierstand hinter der Nordkurve aufsogen. Anschließend marschierten wir gegen den Uhrzeigersinn am Stadion entlang, um uns vor der Tausend-Freunde-Mauer endgültig in das bunte Bundesliga-Treiben zu begeben. Menschen aller Alters- und Gesellschaftsschichten standen hier an den zahlreichen Ständen beisammen und stimmten sich gemeinschaftlich auf das bevorstehende Revierderby ein. Da war es gerade 13:30 Uhr, also noch zwei Stunden bis zum Spielbeginn. Wir warteten noch auf ein paar Fanclub-Freunde meiner Begleiter, mit denen wir gemeinsam das Stadion betreten wollten. Gegen 14 Uhr und bei mittlerweile stärker gewordenem Regen betraten wir dann die Arena und nach einer kurzen Sicherheitskontrolle waren wir auch im Innenraum. Erste Feststellung: die VELTINS-Arena ist an sich eine geschlossene Halle, deren Dach zwar grundsätzlich geöffnet werden kann, doch gemäß unseres bayerischen Nichtraucherschutzgesetzes wäre das Rauchen „bei uns“ definitiv nicht gestattet. Im „Pott“ gilt das entsprechende Gesetz jedoch erst ab Mai, so dass es derzeit noch erlaubt ist. Wir suchten uns einen Platz im Block G, der direkt neben der berühmt-berüchtigten Nordkurve liegt und sogar noch dazugehört, aber dennoch etwas außerhalb liegt, so dass wir die außergewöhnliche Stimmung in der „Veltins-Nordkurve“ miterleben konnten.

VELTINS-Nordkurve

VELTINS-Nordkurve

Die Zeit bis zum Spielbeginn verging dann wie im Flug und zum Spiel selbst muss man denke ich ohnehin nicht mehr viel sagen. Die Stimmung war natürlich klasse und auch der Spielverlauf spielte uns in die Karten, denn nach der Schalker 2:0-Führung war sie so ausgelassen, dass an ein aufmerksames Verfolgen des Spiels praktisch nicht mehr möglich war. So lernten wir noch haufenweise nette Jungs kennen, die vor allem begeistert waren, dass wir extra aus München für dieses Spiel angereist waren. Einer war direkt so dermaßen begeistert, dass er mir seinen blau-weißen Fanschal geschenkt hat. Auch an dieser Stelle nochmals herzlichen Dank! Nicht vorenthalten will ich Euch aber auch den Tipp, der mir wohl einiges an Ärger erspart hat: zieht nicht unbedingt Euer bestes Gewand an, wenn ihr auf Schalke seid, denn die eine oder andere Bierdusche bekommt man dort schon ab, wenn „der Hunter“ das zweite Tor macht.

Alles in allem ein erlebnisreicher und emotionsgeprägter Ausflug, der mir persönlich sehr gut gefallen hat. Vor allem, weil die Menschen wirklich ungemein freundlich waren und einfach nur gefeiert haben. Ein bisschen mehr kann ich jetzt auch nachvollziehen, warum so mancher in Fußballdeutschland ein Anhänger der Knappen in „königsblau“ ist!