Mit dem Auto an der Küste entlang

Spanien: Mit dem Auto an der Küste bis Valldemossa

Nachdem wir am zweiten Tag die Gegenwart von Daniela Katzenberger beim Frühstück erneut genießen durften, mieteten wir uns einen Wagen, um damit die Küste abzufahren. Ziel unseres Ausflugs war Valldemossa, dessen Besuch laut dem Reiseführer ein unabdingbares Muss sein sollte, ohne den man „Mallorca nicht gesehen“ haben soll. Für 40 EUR erhielten wir einen Chevrolet Aveo inklusive Vollkasko ohne Selbstbeteiligung und ebenfalls ohne Kilometerbeschränkung. Einzig der Tank musste selbstverständlich wieder so zurückgelassen werden, wie er aufgefunden wurde. Bereits um 11 Uhr waren wir auf der Straße und starteten Richtung Andratx, wo kurz zuvor ein riesiger Schlafhai tot aus dem Wasser geborgen wurde (Bericht mit Foto auf bild.de).

Real Cartuja de Valldemossa

Real Cartuja de Valldemossa

Etwa zwei Stunden lenkten wir den Kleinwagen auf den Serpentinen an der Küste entlang, passierten Estellencs und Banyabulfar, ehe wir – ein Stück weiter im Landesinneren – das malerische Bergdorf Valldemossa erreichten. Um diese Zeit stark von Radfahrern frequentiert, fanden wir nach kurzer Suche einen Parkplatz, nachdem ein weiterer durch einen Markt belegt war. Diesen Markt wollten wir auch direkt erkunden, doch Wurst und Fleisch sowie Käse und Obst in der Mittagshitze luden nicht unbedingt zum herzhaften Shopping ein. Auch die zahlreichen Lederwaren, darunter auch die schon als „klassisch“ zu bezeichnenden Fälschungen, erweckten kein großes Interesse in uns und so zogen wir ohne Einkauf weiter.

Kaum in die zauberhaften Gassen von Valldemossa eingedrungen, legten wir eine ersten Stopp an einer Eisdiele ein, erstanden eine Kugel Eis für stattliche 1,60 EUR und ließen die Eindrücke erstmal auf uns wirken.

Die Gassen von Valldemossa.

Die Gassen von Valldemossa.

Gerade einmal fünf Minuten marschierten wir zur Fuß, ehe wir die Kartause erreichten, die im Jahre 1399 gegründet wurde. Als eine Kartause bezeichnet man das Kloster eines Kartäuserordens. Laut meinem MARCO POLO-Reiseführer handelte es sich dabei um eines von drei sehenswerten Objekten des Ortes. Da uns an diesem ohnehin schon heißen Frühlingstag der Sinn nicht nach Klavieren und Noten von Frederic Chopin stand, ersparten wir uns einen Besuch des Inneren des Gebäudes, sondern tauchten wieder in die  Gassen des Bergdorfes ein.

Ein paar hundert Meter später bot sich uns dann ein toller Blick über die gesamte Kartause, dass sich auch im Reiseführer wiederfindet. Wir erreichten kurz darauf das sogenannte „Unterdorf“, das von Marco Polo so beschrieben wird:

„Kein anderes Inseldorf ist so mit Blumen geschmückt wie das Unterdorf von Valldemossa mit seiner gotischen Pfarrkirche Sant Bartomeu. Die Kachelbilder an jedem Haus zeigen Szenen aus dem Leben von Santa Catalina, geboren im Carrer Rectroía, die 1930 heilig gesprochen wurde.“ ¹

Die Beschreibung ist in der Tat treffend. Die Gassen sind mannshoch geschmückt mit bunten Blumen. Neben jeder Eingangstür sind Kacheln mit farbigen Bildern eingelassen, die für je eine Szene aus dem Leben von Santa Catalina stehen. Wenig später erreichten wir auch die bereits beschriebene Pfarrkirche Sant Bartomeu, um die wir durch die schmalen Gassen herumspazierten. Anschließend kehrten wir zurück zur Kartause, um auch noch die königlichen Gärten zu besuchen, die jedoch zu dieser Jahreszeit noch spärlich bewachsen und somit nicht unbedingt schön anzusehen waren. Danach gönnten wir uns noch eine Erfrischung an der Hauptstraße, an der es nun beträchtlich ruhiger geworden war, und kehrten schließlich zum Fahrzeug zurück. Dort gleich der Schock: wir hatten das Fahrzeug unverschlossen zurückgelassen. Deshalb Notiz an mich selbst – bei Benutzung eines Mietwagens im Ausland entweder gleich an der Fahrertür zusperren oder jede Tür UND den Kofferraum separat kontrollieren.

Nach kurzer Überlegung setzten wir unsere Fahrt Richtung Palma de Mallorca fort, das laut einem Verkehrsschild mit einer Entfernung von 14km angegeben war. Der Verkehr ins Landesinnere war ruhig, so dass wir die Hauptstadt der Insel schnell erreichten und dabei noch so manchen Blick auf die schmucken Bergdörfchen werfen konnten.

Kathedrale La Seu

Kathedrale La Seu

Auch der sonntägliche Verkehr in Palma kann getrost als entspannt bezeichnet werden, so dass wir unser Ziel, den Hafen, schnell erreichten. Die ohnehin schon begrenzten Parkmöglichkeiten waren aufgrund einer Yachtenmesse stark ausgelastet, doch mit etwas Glück fanden wir einen Stellplatz, der sogar noch kostenfrei war. Bereits bei der Einfahrt in den Hafen konnten wir das bekannteste Gebäude der Stadt, wenn nicht sogar der gesamten Insel betrachten: die Kathedrale La Seu in unmittelbarer Meeresnähe. Ein eindrucksvoller Bau, dessen wahre Größe man tatsächlich erst feststellen kann, wenn man direkt davor steht. Da eine Führung jedoch derzeit nicht möglich war (die Kathedrale wird momentan restauriert), beschränkten wir uns auf einen Rundgang außen um das Gebäude und gingen anschließend „ins Blaue hinein“ durch die schmalen Gassen in den Kern Palmas hinein.

Kreuz der Ausschiffung

Kreuz der Ausschiffung

Unser Mittagessen nahmen wir am Placa Major ein, wurden hier allerdings ob des schlechten Services und Essens leider ziemlich enttäuscht. Hier lohnt es sich mehr, abseits der Touristenspots in kleine Gassen einzudringen und fern des Trubels ein ruhiges Lokal zu suchen, von denen Palma wesentlich genug bietet. Interessant war vor allem der „Terrassenzuschlag“ von 20 Cent pro Gericht (und Getränk!). Anschließend erkundeten wir das Zentrum Palmas, da wir es am nächsten Tag zum Shoppen erneut besuchen wollten. Bis 18 Uhr bummelten wir durch die Stadt, ehe wir die Heimfahrt antraten.

Nur eine halbe Stunde später erreichten wir Santa Ponça, wollten den Mietwagen aber noch nicht sofort zurückgeben, da wir schließlich auch bis 20 Uhr bezahlt hatten. Deshalb fuhren wir noch etwas durch den Ort, unter anderem zum Club Nautico und einem großen Steinkreuz, das wir bereits von der Steintreppe am gestrigen Tage gesehen hatten. Das „Kreuz der Ausschiffung“, welches sich auf der kleinen Landzunge Sa Caleta befindet, markiert die Stelle, an der König Jaume I. 1229 an Land ging und die Insel anschließend von den Arabern zurückeroberte.

Da es schon langsam dämmerte, brachten wir das Auto noch rechtzeitig zurück ins Hotel und machten uns fertig für das Abendessen. Bei einem kurzen Abendspaziergang ließen wir den ereignisreichen Tag schließlich noch einmal Revue passieren.

Hier noch eine Übersicht über unsere Route an der Küste entlang:

An der Küste entlang bis Valldemossa auf einer größeren Karte anzeigen

Quellenangabe:
¹ Rossbach, Petra: Marco Polo MALLORCA. 21. Auflage. Ostfildern: MAIRDUMONT GmbH & Co. KG (2012)