Sansibar: Big Game Fishing an der Ostküste

Sansibar: Big Game Fishing an der Ostküste

Um 5:30 Uhr klingelt der Wecker, echt früh. Aber da wir heute zum Hochseefischen aufbrechen, geht’s nunmal nicht anders. Gebucht haben wir wieder bei Beachboy Bigfoot, der sich um alles gekümmert hat.

Kingfish

Kingfish

Als wir um 6 Uhr überpünktlich aus dem Tor treten, wartet unser Fahrer Omar bereits auf uns. In der absoluten Dunkelheit werden wir bis in ein Fischerdorf in der Nähe gebracht, etwa 15-20 Minuten dauert die Fahrt. Kaum zu glauben, wie viele Menschen um diese Uhrzeit bereits links und rechts neben der Straße zu Fuß unterwegs sind. Kaum im Ort angekommen steigen wir auf das kleine Motorboot und legen ab. Es scheint nicht unbedingt die Zeit unseres Guides und der beiden weiteren Mitfahrer zu sein, denn der eine schläft und die anderen beiden ziehen missmutige Gesichter und sprechen kaum ein Wort. Hoffentlich ändert sich das noch.

Wir folgen der Ostküste zunächst Richtung Norden, bis wir Mnemba Island erreichen. Omar erzählt uns, die Insel sei im Privatbesitz von Bill Gates, der dort ein Hotel errichtet haben soll. Ehrlich gesagt bin ich mir nicht sicher, ob ich dieser Information Glauben schenken soll. Vor Mnemba Island zirkulieren wir, bislang ohne nennenswerten Biss. Ein erster Fisch am Haken hatte sich bereits gelöst, gerade als ich die Rute in die Hand nehmen wollte. Zu allem Unglück haben wir auch noch sehr wechselhaftes Wetter, so dass die Sonne immer nur kurzzeitig zum Vorschein kommt und es durch das Spritzwasser stellenweise richtig ungemütlich an Bord ist.

Hai-Attacke

Hai-Attacke

Nach sage und schreibe fünf Stunden auf See beißt dann tatsächlich der erste Fisch an, den Basti aus Hamburg ins Boot holt. Es ist ein Kingfish mit einer stattlichen Länge von 70cm. Nur wenige Minuten später surrt die Leine schon wieder und Ricardo klemmt sich hinter die Rute. Der „Kampf“ dauert länger als bei Basti, der Fisch nimmt viel Schnur, bevor Ricardo ihn hereinholen kann. Erst zieht der Fisch noch richtig stark, doch mit einem Mal ist der Widerstand verschwunden und Ricardo kann die Leine ganz leicht einholen. Bereits während des Aufrollens der Leine warnt uns der Kapitän vor, „It’s cut.“, doch erst als der Fisch nur noch wenige Meter vom Boot entfernt ist, verstehen wir was er damit meint: ein Raubfisch, allem Anschein nach ein Hai, hat den Kingfish in der Mitte abgebissen! Der Fisch war wohl von ähnlicher Größe wie der erste, doch jetzt ist nicht viel mehr als der Kopf übrig.

Auf einmal zieht das Wetter komplett zu, es regnet nun sogar. Die Farbe des Meeres wechselt von einem satten dunkelblau zu tiefschwarz. Wer – wie wir – nun annimmt, dass sich unsere Fangquote wegen dieses typischen „Anglerwetters“ verbessern sollte, der irrt, denn der Plan ging leider nicht auf.

Nur wenig später, es ist mittlerweile Mittag, holen die Jungs alle Leinen ein und manövrieren durch das Riff bis direkt an den Strand, wo wir wieder abgesetzt werden und jeder unseren (mageren) Fang von anderthalb Fischen begutachtet. Insgesamt ein netter Ausflug, die Ostküste scheint dennoch nicht mehr unbedingt mit großem Fischreichtum gesegnet zu sein.