Sansibar: Jozani-Chwaka-Bay-Nationalpark

Sansibar: Jozani-Chwaka-Bay-Nationalpark

Vorab hatten wir in verschiedenen Medien (Reiseführer, div. Blogs über Sansibar) gelesen, dass ein Besuch des Jonazi Forest auf Sansibar ein absolutes Muss sein sollte. So entschlossen wir uns, die Halbtagestour in den Nationalpark im Rahmen eines kombinierten Ausflugs zusammen mit einer Spice Tour mitzumachen.

Gebucht hatten wir die Tour erneut bei Beachboy Bigfoot (verlinken) und bezahlten für beide Teilausflüge insgesamt 25 EUR pro Person. Um 8:30 Uhr brachen wir auf und hatten dabei das Glück, zu zweit unterwegs zu sein. Scheinbar waren an diesem Tag nicht viele Menschen scharf darauf, den Wald zu sehen.

"Schwammerl"

„Schwammerl“

Etwa 45 Minuten dauerte die Fahrt zum Nationalpark, den wir bei bombastischem Wetter erreichten. Nach kurzer Wartezeit stellte sich ein Nationalpark-Guide vor, der uns durch den Wald führen sollte. Folgende Route hatte er mit uns geplant: zunächst sollte es in den Regenwald gehen, anschließend zu den Sansibar-Stummelaffen und letztlich noch zu den Mangroven. Wir hätten die Bausteine auch beliebig variieren können, also zum Beispiel auch manches weglassen, aber wir wollten natürlich alles sehen.

So ging es ab ca. 9:45 Uhr auf den Rundgang im Dschungel, auf dem sich aber sehr schnell Enttäuschung breit machte. Mit unserem Guide hatten wir Pech, da er zum Einen wohl wenig Lust verspürte und zum Anderen seinen auswendig gelernten Text auf Englisch so schnell herunterratterte, dass er zwar zu verstehen war, aber fast nichts im Gedächtnis blieb. Sein emotionsloser Erzählstil trug sein Übriges dazu bei. Vorbei an vielen verschiedenen Bäumen- und Pflanzenarten ging es nicht einmal 15 Minuten durch den Wald, bevor wir schon auf die Affen trafen. In Erinnerung bleiben wird uns auf jeden Fall aber die Erzählung des Guides, dass des Nachts die Voodoo-Priester in den Wald kämen, um Zutaten für ihre Magie zu sammeln. Er warnte uns in jedem Fall vor den Priestern, da -einmal mit einem Voodoo-Fluch belegt- kein Krankenhaus der Welt mehr feststellen kann, an welchem Leiden man schließlich nach einem Monat stirbt.

Sansibar-Stummelaffe

Sansibar-Stummelaffe

Bei den Sansibar-Stummelaffen, die es ausschließlich auf Sansibar gibt, hielten wir uns geschlagene zwei Minuten auf. Wir sahen drei der Affen, davon zwei, die am Wegesrand gerade Kokosnüsse aufgebissen hatten und das Fleisch verzehrten. Da die Tiere in jedem Fall sehr scheu sind, was für ihren Artfortbestand sicher von Vorteil ist, zogen wir nach wenigen Minuten weiter zum Mangrovenwald.

Wieder nur ein paar Minuten später betraten wir den Holzsteg, der in einem Rundgang durch den Mangrovenwald führt. Bei Ebbe (wie auch während unseres Besuchs) liegt der Blick frei auf die Stelzwurzeln der Mangroven, die in einem schlammartigen, dunklen Morast versinken. Bei Flut tritt das Wasser bis an die Oberkante der Wurzeln heran. Tiere sahen wir fast keine, lediglich ein paar kleine Krebse und auch einige wenige Fische konnten wir erspähen. Auch diese Tour war nach wenigen Minuten bereits wieder vorüber, woraufhin unser Guide erläuerte, dass man nun noch die Gelegenheit für Fragen hätte und ihm nun einen Tip geben könne, sofern man wolle. Wir sprachen ihn auf ein Schild an, dass auf ein Schildkrötenreservat hinwies. Daraufhin bot er uns ein, eine als „Community Project“ ausgewiesene Animal Farm zu besuchen.

Bush Babies

Bush Babies

Da der bisherige Ausflug noch nicht lange gedauert hatte und auch wenig überzeugend war, sagten wir zu und wurden mit unserem Jeep dorthin gefahren. Der Eintritt betrug zu zweit 10.000 TSh, also 5 EUR, und konnte noch um eine Spende für das Projekt erhöht werden. Sinn und Zweck des Community Projects ist das Vermitteln des notwendigen Know-Hows an die Einheimischen, um artgerechte Käfige für die Tiere der Farm zu bauen und die Tiere richtig zu versorgen. Dass hier noch weitere Arbeiten notwendig sind, ist auch offensichtlich. Die Artenvielfalt in der Animal Farm ist groß, doch die Tiere sind meist in zu kleinen Käfigen untergebracht, so dass man beim Besuch schon ein schlechtes Gewissen bekommen kann. Gerade für Dik-Diks, die als Antilopen ja die Weiten des afrikanischen Festlands gewohnt sind, ist ein zehn Quadratmeter großer Käfig nicht unbedingt das richtige. Zu sehen gibt es ansonsten noch Bush Babies, die afrikanische Version unseres Eichhörnchens, verschiedene Echsen, Schildkröten, Schlangen, Chamäleons und – man höre und staune – sogar (europäische) Hasen. Ansehen kann man sich die Farm in jedem Fall und mit dem Eintritt sowie einer kleinen Spende kann man auch helfen, das Leben für die Tiere besser zu machen, weshalb es sich alleine deshalb schon gelohnt hat.

Damit war dieser Teil der Tour für uns auch beendet und wir wurden mit dem Jeep zum zweiten Baustein der Tour gebracht: der Spice Tour (verlinken).