Sansibar: Safari Blue bei Kwale Island

Sansibar: Safari Blue bei Kwale Island

Ebenfalls zum Touristen-Pflichtprogramm auf Sansibar gehört eine Safari Blue, das konnten wir dem Reiseführer und auch dem Internet vorab entnehmen. Relativ planlos waren wir dennoch, was uns wohl auf dieser Ganztagestour erwarten würde.

Gebucht haben wir erneut bei Bigfoot, am Ende stand ein Preis von 34 EUR pro Person zu Buche. Da die Safari Blue im Südwesten der Insel beginnen sollte, wurden wir an diesem Samstag auch etwas früher abgeholt: bereits um 8 Uhr saßen wir zu viert im Jeep Richtung Süden.

Segel der Dhow

Segel der Dhow

Etwa anderthalb Stunden dauerte die Fahrt bis in das Fischerdorf, von dem aus wir ablegen sollten. Aufgrund der Ebbe wateten wir im knöcheltiefen Wasser hinaus über das Riff, wo die Boote vertäut lagen. Das Einsteigen gestaltete sich äußerst unangenehm, da wir in fast hüfttiefes Wasser gehen mussten, um auf das Boot zu gelangen. Bei schönem Wetter wäre das sicher kein Problem gewesen, doch an diesem Morgen war es trüb und noch nicht besonders warm, so dass die Stimmung an Bord der Dhow, so werden die traditionellen Schiffe genannt, nicht gerade die Beste war. Während der Fahrt zu unserem ersten Ziel schwappte das Wasser über die Reeling, so dass – wer auf der zum offenen Meer gelegenen Seite saß – nach wenigen Minuten pitschnass war. Auf der Hinfahrt musste aufgrund der ungünstigen Windkonstellation auch das große Dreieckssegel verstaut bleiben, stattdessen kam der Außenborder zum Einsatz, der zusätzlich für eine unruhige Fahrt sorgte.

Gebucht hatten wir die Safari Blue ursprünglich als private Tour zu viert, doch auf dem Schiff entpuppte sich das schnell als Trugschluss. Zwei slowakische Familien mit teils noch kleinen Kindern waren mit uns an Bord, so dass aus der geplanten ruhigen Tour zu viert nichts wurde.

Gegen 11 Uhr warfen wir dann vor einer kleinen Sandbank den Anker. Mitten im Indischen Ozean ragte diese weniger als 100qm kleine Sandbank vollkommen ohne Bewuchs aus dem Wasser, gerade so weit, dass man sie bei Ebbe betreten konnte, bei Flut hingegen versank sie vollständig unter der Wasseroberfläche. Vor uns waren erst zwei andere Boote angekommen, beide jedoch wohl zum Tauchen, denn sie lagen etwas weiter von der Sandbank entfernt vor Anker. Somit waren wir die ersten, die die kleine Insel an diesem Tag betraten. Unser Guide spannte eine Plane auf und bereitete dort frisches Obst und kalte Getränke aus einer Kühlbox vor, so dass wir uns nach dem Schnorcheln und einem Kurzspaziergang über die Sandbank erfrischen konnten. Angenehm überrascht beobachtete ich, dass auch mehrere Boote des „offiziellen“ Safari Blue-Anbieters anlegten und zwar auch eine Plane spannten, ihren Gästen aber sonst keine Annehmlichkeiten boten. Da hatten wir es mit unseren Beach Boys schon besser getroffen!

Lagune vor Kwale Island

Lagune vor Kwale Island

Vom Schnorcheln um die Sandbank war ich offen gestanden etwas enttäuscht, da hatte ich in Thailand (verlinken) oder auch in Ägypten wesentlich besseres erlebt.

Etwa anderthalb Stunden später brachen wir wieder auf und steuerten mit unserer Dhow eine Lagune der nicht weit entfernten Insel Kwale an. Das Wetter hatte mittlerweile aufgeklart und die Sonne zeigt sich bereits ab und an. Die Lagune, ringsherum von Mangroven umgeben, wirkte aufgrund der geringen Tiefe und des klaren Wassers wie ein großer Pool, der zum Schwimmen einlud.

Lobster vom Grill

Lobster vom Grill

Da unser Bedarf an Wasserkontakt aber aktuell gedeckt war, beließen wir es bei einer Rundfahrt durch die Lagune und steuerten nun Kwale Island direkt an. Als wir vor Anker gingen, waren die Begleiter des Tourguides bereits fleißig am Kochen. Es gab Pommes, die mit einem Kessel Fett direkt über dem Feuer zubereitet wurden, sowie Seafood in unterschiedlichsten Varianten vom Grill. Neben Thunfisch, Kalamari und Riesengarnelen gab es auch den heiß begehrten Lobster. Während die Afrikaner noch mit dem Zubereiten des Barbecues beschäftigt waren, konnten wir eine tolle Zeit am Straumstrand von Kwale Island genießen. Manche der Einheimischen fuhren mit dem Boot nach draußen und fingen frische Oktopusse, die anschließend ebenfalls auf dem Grill landeten. Nachdem wir noch Fotos von und mit einer überaus geduldigen, großen Krabbe am Strand geschossen hatten, war das Essen auch schon fertig und wir genossen das Seafood im kühlen Schatten von einer Hütte aus Treibholz. Das Essen war wirklich ausgezeichnet und vor allem auch absolut reichhaltig. Mittlerweile hatte sich die Sonne zwischen den Wolken hervorgekämpft und brannte nun unerbittlich herunter, sodass der Ozean ein ums andere Mal als Erfrischung herhalten musste.

Wir liefen den Strand einige hundert Meter weit ab und kamen auch an dem Abschnitt vorüber, an dem der offizielle Safari Blue-Anbieter seine Gäste betreute. Mit Ausnahme der afrikanischen Trommelmusik, die uns offen gesagt beim Essen nicht wirklich gefehlt hat, konnte ich keine Unterschiede ausmachen. Im Gegenteil: unsere kleinere Gruppe hat etwas weitaus gemütlicheres an sich.

Affenbrotbaum

Affenbrotbaum

Nach etwas Zeit zum Ausspannen führte uns unser Guide noch zu einem riesigen Baobab, dem grauen Affenbrotbaum, der für Ostafrika so typisch ist. Der Baum war vor vielen Jahren bereits umgestürzt, doch selbst auf der Seite liegend trieben nach oben noch neue Stämme heraus, die bereits wieder einen Umfang von mehreren Mannstärken erreicht hatten. Wir kletterten den Baum hinauf und fanden oben eine von der Natur geschaffene Spalte vor, in der sich laut Guide in der Regenzeit, wenn sich genug Wasser ansammeln konnte, die Fischer badeten.

Segel der Dhow

Segel der Dhow

Anschließend kehrten wir zur Dhow zurück und machten uns auf den Rückweg. Dabei wurde zunächst das große Segel gesetzt und wir glitten bei Flut ohne den Außenborder zurück zu unserem Ausgangspunkt. Die Sonne hatten wir dabei im Gesicht und durch die ruhige Fahrt nur mit Segel und ganz ohne Motor konnten wir die letzte Zeit der Safari Blue noch in vollen Zügen genießen.

Die Flut war mittlerweile so hoch, dass wir mit dem Boot bis ans Ufer fahren konnten und nur wenige Minuten später wieder im Jeep saßen, der uns nach einem kurzen Halt in Stone Town auch wieder zurück ins Hotel brachte, wo wir uns glücklich ob des tollen Ausflugs, aber auch müde, an der Poolbar erholten. Die Safari Blue kann ich damit jedem Sansibar-Urlauber nur wärmstens empfehlen – eine Buchung bei dem offiziellen Anbieter lohnt sich in meinen Augen aber aufgrund des hohen Preises und des fehlenden Mehrwerts überhaupt nicht. Wir würden wohl in jedem Fall wieder bei den Beachboys buchen, auch wenn es nichts mit unserer privaten Tour geworden ist.