Seestern

Sansibar: Spaziergang am Ostküstenriff bei Ebbe

Etwa anderthalb Kilometer erstreckt sich das Riff vor der Ostküste Sansibars und diese Strecke kann man bei Ebbe mühelos zurücklegen. Wer findige Augen hat oder einen der Beach Boys als Guide mitnimmt, kann dabei ohne großartige Schnorcheltour viel entdecken.

Beach Boy Mohammed

Beach Boy Mohammed

Schon beim Start war uns klar, dass die Beach Boys uns begleiten würden, wenn wir nicht von vornherein widersprechen würden. Mohammed hielt sich zu Beginn im Hintergrund, doch sobald wir ein stückweit vom Ufer entfernt waren, näherte er sich und wich uns fortan nicht mehr von der Seite. Als er zu uns kam, hielt er ein Stück Seegras in der Hand. Er erklärte uns, dass Seegras von den Sansibarern im Meer angebaut wird. Ich habe dazu einen eigenen Artikel verfasst.

Als wir unsere Tour über das Riff fortsetzten, wies er uns den rechten Weg über den teils steinigen, teils sandigen Weg und machte uns darauf aufmerksam, dass es nur einen einzigen Weg über das tote Korallengestein gebe und den natürlich ein Tourist niemals alleine finden könnte.

Spaziergang über das Riff

Spaziergang über das Riff

Immer wieder griff Mohammed ins Wasser und förderte etwas Lebendiges für uns zutage: zuerst ein paar Krebse in verschiedenen Größen, deren kräftige Scheren auf jeden Fall für einen tiefen Schnitt gut sein konnten. Anschließend immer wieder Seeigel in verschiedenen Formen und Farben, die er uns auch immer wieder behutsam auf die flache Hand legte. Anfangs noch mit einer gehörigen Portion Respekt ausgestattet, wurden wir zunehmend mutiger und versuchten uns auch selbst daran, einen Seeigel aus dem Wasser zu holen. Einmal gelungen stellt das auch keine große Sache mehr dar.

Ein Highlight waren sicher die zahlreichen Seesterne, die auf dem Riff beheimatet sind. Leuchtende Farben und viele kleine Saugnäpfe machen die Unterseite der Tiere aus, wohingegen die Oberseite in der Regel dunkel und nur wenig farbig ist, wohl damit natürliche Feinde nicht so schnell aufmerksam werden. Mohammed legte uns die Seesterne in die Hand, wies uns aber zeitgleich an, immer wieder etwas Wasser auf die Unterseite zu träufeln, damit die Tiere nicht verendeten. Sogar auf die Schulter legte unser Guide den Seestern, woraufhin dieser sich mit seinen kleinen Tentakeln leicht festsog. Einen richtigen Teppich aus Seesternen sahen wir übrigens beim Anlegen auf Prison Island, mehr dazu hier.

Leider hatten wir unsere Tour schon zu spät gestartet (ca. 15 Uhr), so dass die Flut bald wieder einsetzte und wir gezwungen waren, unseren Spaziergang abzubrechen, bevor wir das Ende des Riffs erreichten. Fast zwei Stunden hatten wir auf dem Riff zugebracht und so gingen wir nun im hüfthohen Wasser, das zu Beginn des Ausflugs noch knöcheltief war, zurück zur Hotelanlage; natürlich nicht ohne dem aufgeschlossenen Mohammed noch einige seiner Holzschlüsselanhänger abzunehmen. Von anderen Gästen, die weiter bis zum offenen Meer gegangen waren, erfuhren wir später, dass sie Tintenfische und Seeschlangen zu Gesicht bekommen hatten. Auch wenn uns dieses Glück nicht zuteil wurde kann ich den Spaziergang über das Riff dennoch jedem empfehlen. Wer den Beach Boys dabei nichts abkaufen möchte, sollte vorher einen Preis für die geführte Tour aushandeln. Das geht in den meisten Fällen genauso gut.