China Town

Sehenswürdigkeiten in Singapur – eine Stadtrundfahrt

Heute standen wir bereits früh auf und nahmen an einer Tages-Stadtrundfahrt teil. Um 8:30 Uhr fanden wir uns am Fuße des Singapore Flyer (dem großen Riesenrad) ein und kurz darauf ging es bereits mit Kleinbussen und englischem Guide los. Über die Formel 1-Rennstrecke, die für den normalen Verkehr geöffnet ist, wenn keine Rennen anstehen, starteten wir zunächst nach China Town, zum alten Hafen mit seinen noch immer vorhandenen kleinen Lagerhäusern. Der Anblick ist komplett gegensätzlich zu dem ansonsten aufgrund des Platzmangels in die Höhe gebauten Stadtbilds. Die alten Kontore unterliegen jedoch dem Denkmalschutz und werden deshalb erhalten. Am alten Hafenpier stiegen wir aus dem Bus und hatten Gelegenheit, die Marmorstatue von Sir Thomas Stamford Raffles in Augenschein zu nehmen, einem Agenten der East India Trading Company, der aus dem frühen Singapur eine Handelsbasis der Company errichtete und damit offiziell als Gründer des Stadtstaates in die Geschichte einging. Wir trafen dort auch auf eine Grundschulklasse, die stets in Reih und Glied den Ausführungen des Lehrers folgten und Erkenntnisse in ihren iPhone-Tourguide tippten. Die Grundschule ist in Singapur verpflichtend für Kinder ab sechs Jahren und unterliegt strengen Regularien. Die Kinder dürfen sich weder die Haare färben noch Piercings tragen, langes Haar ist ausschließlich Mädchen vorbehalten.

Schulklasse mit iPhone-Tourguide

Anschließend fuhren wir weiter in das Herz von China Town und hatten dort Gelegenheit, das Viertel zu erkunden. Bemerkenswert ist in jedem Fall, dass es in der ganzen Stadt viele religiöse Einrichtungen der verschiedenen Weltreligionen beinahe Tür an Tür gibt. Dieser Umstand steht exemplarisch für den Kulturmix, aus dem Singapur besteht. Dabei leben jedoch alle Religionen in friedlichem Miteinander auf engstem Raum zusammen. Unser nächster Stopp befand sich am Buddha Tooth Relic Temple, indem ein Zahn des Gottes aufbewahrt werden soll. Der Tempel ist für Besucher geöffnet, auch wenn den ganzen Tag Gläubige zum Gebet erscheinen. Solange man die Zeremonie nicht stört, kann man sich dort ohne weiteres aufhalten und den Mönchen bei ihren monoton gesprochenen Gebeten lauschen. In der gleichen Straße befinden sich im Übrigen auch ein Hindu-Tempel und eine Moschee.

Buddha Tooth Relict Temple

Danach hatten wir Gelegenheit, China Town zu Fuß zu entdecken. Ein Technik-Geschäft reiht sich dort an das nächste (u.a. mit Canon, Nikon) und die Straßen sind mit roten Lampignons und Fahnen geschmückt. Durch teils enge Gassen schlängeln sich Verkaufsstände und kleine Geschäfte, in denen durchweg buntes Treiben herrscht. Übrigens: gefälschte Markenware (konkret habe ich mir mal ein Fotografie-Geschäft genauer angesehen) findet man dort entgegen möglicher ursprünglicher Annahme nicht, denn diese ist strengstens verboten. Die Preise der Händler entsprechen durchaus den bei uns üblichen.

China Town

Was es in China Town in Überfülle an technischen Produkten käuflich zu erwerben gab, das gab es in ähnlichem Ausmaß in Little India an Lebensmitteln. Überall befinden sich Stände mit frischem Obst, Fleisch, Gemüse und allen sonstigen gesunden oder ungesunden Nahrungsmitteln. Allerdings ist hier deutlich weniger los als in China Town! Mit dem Bus ging es weiter zu einer Aussichtsplattform, die – in herrlichem Grün gelegen – einen Rundum-Ausblick auf den Lion State bietet. Nicht nur bei gutem Wetter kann man bis nach Malaysia hinübersehen. Auch auf den Hafen hat man einen tollen Blick und es ist durchaus interessant, die gleichen Gebäude aus einer anderen Perspektive als z.B. vom Skypark oder dem Singapore Flyer zu sehen.

Aussichtsplattform

Unsere Tour setzten wir fort mit einem Besuch im Orchideen Garten der Stadt, den ich nicht weiter beleuchten möchte, da es außer einem Spaziergang durch den kleinen Park außer verschiedensten Orchideenarten nicht viel zu sehen gibt. Der Garten stellt eine kleine Oase in der pulsierenden Stadt dar, die ansonsten nicht viel Platz für eine derartige Grünfläche übrig hat.

Orchideengarten

Mit dem Bus durchfuhren wir anschließend das Botschaftsviertel, in dem in Hanglage die Gebäude der verschiedenen Nationen angeordnet sind. Die deutsche Botschaft ist leider von der Straße aus nicht zu erkennen, die Franzosen haben auf ihrem Gelände unter anderem einen Tennisplatz und die amerikanische Botschaft sieht von außen wie Fort Know aus: ein Hochsicherheitstrakt mit hohen Mauern und einem Turm über dem Eingangstor, ansonsten nur eine graue, kerzengerade Fassade mit kleinen Fenstern. An das Botschaftsviertel schließt ein (oder das) Nobelviertel des Stadtstaats an, wo sich sogar viele deutsche Fahrzeugmarken tummeln: es gab Audi, BMW oder auch viele Porsche zu sehen. Auf der Rückweg der Tour kamen wir dann noch an der Kläranlage der Stadt vorbei. Ein hinter Maschendrahtzäunen und begrünten Erdwällen versteckt liegende Anlage, die mit dem freundlichen Hinweisschild versehen ist: „Wer in das Gelände eindringt, wird erschossen.“ Vermutlich ist die Kläranlage für die Versorgung der ganzen Stadt verantwortlich und obliegt deshalb so strengen Vorkehrungsmaßnahmen. Generell ist die Stadt natürlich sehr sauber, zum anderen aber auch mit viel Grün versehen. Zwar findet man keine besonders großen Grünflächen, aber es gibt überall grüne Flecken wie Bäume, Palmen oder Palmgräser. Der allgemeine Verkehr in Singapur ist sehr ruhig und überhaupt nicht hektisch. Die breite Masse an Fahrzeugen sind Hyundai, es gibt aber auch viele Mercedes. Vereinzelt findet man auf der Straße aber auch BMW. Beachten sollte man als Singapur-Tourist die (zahlreichen) Verbotsschilder in der Öffentlichkeit und in den Verkehrsmitteln. Absolute NoGo’s sind zum Beispiel das Wegwerfen von Müll und gerade auch Zigarettenstummeln auf der Straße, das Essen der Durian-Frucht (die eigentlich gar nicht so eklig schmeckt, aber einen bestialischen Gestank verbreitet) in öffentlichen Verkehrsmitteln oder aber auch Kaugummi. Letztere haben sich aber mittlerweile gelockert, gerade das Durian-Frucht-Verbot wird längst nicht mehr so streng gehandhabt, immerhin ist es ja auch die Nationalfrucht. Abgeschlossen haben wir unseren Tagesausflug noch mit einem Kaffee bzw. „Singapore Sling“ im Raffles Hotel, das ebenfalls zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt zählt. Der „Singapore Sling“-Cocktail wird auf der ganzen Welt serviert und hat seinen Ursprung im Raffles Hotel, im hoteigenen Mini-Museum ist sogar noch das Original-Rezept des erfinderischen Barkeepers zu sehen. Der Eintritt in das Museum ist auch für Gäste, die nicht im Hotel untergebracht sind, frei. Der Innenhof des Raffles ist schön gestaltet, sehr ruhig und lädt dadurch in jedem Fall zum Verweilen ein. Erschöpft von der langen Tour kehrten wir in das Hotel zurück und bereiteten uns auf den Abflug nach Bali am nächsten Tag vor.